Die Geschichte des Böllerschießens lässt sich bis in das 14./15. Jahrhundert zurückverfolgen, wenngleich belegte Chroniken rar sind. Das liegt auch daran, dass das Böllerschießen nicht als eigenständiger Brauch betrachtet werden kann, sondern sich mit vielerlei anderen Traditionen entwickelt hat. Die Idee, mit Schwarzpulver Krach zu machen, dürfte so alt sein wie die Entdeckung des Schwarzpulvers selbst.
Zwei ältere Hinweise auf frühes Böllerschießen:
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Einer Sage nach probten die Hornberger (Schwarzwald) solange ihre Böllerschüsse für die Ankunft des Fürsten (wahrscheinlich Eberhard Ludwig 1677–1733), bis ihnen das Pulver ausging, wodurch sich auch das Sprichwort „Das ging aus wie das Hornberger Schießen...“ abgeleitet haben könnte. | |
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In einem Erlass vom 16. Juli 1696 wird das böllern bei Strafandrohung wegen seiner Gefährlichkeit in der Markgrafschaft Ansbach verboten. |
Des weiteren gibt es insbesondere aus dem 18. Jahrhundert einige Überlieferungen, wo sich Schützengesellschaften Böllergeräte anfertigen ließen oder dass auf diversen Festivitäten geschossen wurde.
So besitzt auch der SSV Philippsburg seit einigen Jahren eine kleine Böllergruppe. Derzeit umfasst der Bestand an Böllergeräten ca. 6 Handböller und 1 Standböller. Das "beste Stück" ist aber mit Sicherheit die Vereinskanone, die in den 1970er Jahren von Vereinsmitgliedern aus Bronze gegossen wurde.
Üblichweise ist die Böllergruppe bei Festivitäten wie Geburtstagen, Hochzeiten etc. im Einsatz. Hinzu kommt die Teilnahme an verschiedenen Böllerschützentreffen sowie die obligatorische Teilnahme an Faschingsumzügen in Philippsburg und Umgebung.

Im Jahr 2008 erwarb die Stadt Philippsburg den Nachbau einer Schiffskanone aus dem 18. Jahrhundert. Da diese zuvor für viele Jahre ihr Dasein in einem Schuppen fristen musste, war sie entsprechend renovierungsbedürftig. Diese Aufgabe wurde von einigen Mitgliedern des Vereins übernommen, wobei sich das Ergebnis durchaus sehen lassen konnte. Zu guter letzt wurde die Stadtkanone noch offiziell im Beschussamt München beschossen und fand schließlich einen Ehrenplatz im neu gebauten Philippsburger Rathaus.
